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pax christi Trier

Informationen • Meldungen • Termine für die Friedensarbeit           

pax christi Trier

pax christi im Bistum Trier setzt sich mit kirchlichen und nicht-kirchlichen Verbündeten besonders für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ein. Frieden kann es nur geben, wenn mit dem Kapitalismus auf allen Ebenen gebrochen wird – ökonomisch, politisch, sozial, ökologisch, psychologisch. Dazu muss verstanden werden, dass der global gewordene Kapitalismus als abstrakte Herrschaft von Strukturen Menschen und Natur seiner Zwangslogik unterwirft. Dies mit Bezug auf die vielen Krisenphänomene zu beziehen, die den Zerfall des Kapitalismus andeuten, diskutieren wir jedes Jahr beim sog. Wirtschaftsseminar. Infos aus unserem Bistum gibt es regelmäßig auf der Webseite des Atelier Andruet sowie sporadisch auf der des Ökumenischen Netzes Rhein-Mosel-Saar.

https://www.trier.paxchristi.de/diozesen/list?orderby=name#jump37002

pax christi im Bistum Trier
c/o Ökumenisches Netz RMS
Fröbelstr. 9
56073 Koblenz
trier@paxchristi.de

Aktuelles: 

Betreff: Verschiebung des Wirtschaftsseminars

Liebe alle,
die Ihr Euch zum Wirtschaftsseminar angemeldet habt, liebe Mit-Veranstalter*innen,

aufgrund der angekündigten Hitzwelle am Wochenende und der damit verbundenen gesundhetilichen Gefahren, müssen wir das Wirtschaftsseminar (und die Netzversammlung) auf November verschieben: Es wird nun vom 13.-15.11. stattfinden, alles andere bleibt gleich. Anbei der dazugehörige Flyer WiSem Nov 2026.

Wir hoffen sehr, dass Ihr auch an diesem Termin nach Koblenz kommen könnt, um gemeinsam über dieses wichtige Thema zu sprechen.

Entschuldigt bitte, falls Euch irgendwelche Unannehmlichkeiten wegen der Verschiebung entstehen sollten!

i.A. des Netz-Vorstands
Dominic Kloos

*************************
Geschäftsführer und Referent
Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar
c/o Pfarrgemeinde St. Franziskus
Fröbelstr. 9
56073 Koblenz
Tel.: 0261 89926284

Autoritarismus, Militarismus
und Rechtsruck
Zur Notwendigkeit einer antikapitalistischen Religionskritik

Friedensethische und friedenstheologische Themen in der Enzyklika Magnifica Humanitas

Liebe Kolleg:innen, liebe Freund:innen,

die neue Sozialenzyklika des Papstes beschäftigt sich nicht nur mit KI, sondern über weite Strecken auch mit dem Thema Krieg und Frieden. Obwohl das Friedensthema fast so viel Raum einnimmt wie das Thema KI, wird ihm in der öffentlichen Wahrnehmung kaum Aufmerksamkeit gegeben.
Ich habe deswegen einmal versucht, die wesentlichen Gedanken des Papstes zu diesen Fragen zusammenzufassen. Sie stehen teils in krassem Gegensatz zu der rüstungsfreundlichen Haltung der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD. Wir können sie daher in Deutschland auch zur Auseinandersetzung mit diesen Positionen nutzen.
Ich füge euch meine Zusammenfassung/Analyse (4 Seiten) im Anhang bei; der Text darf gerne weitergegeben werden, und wenn jemand die Möglichkeit sieht, das zu veröffentlichen: Sehr gerne!
Und natürlich empfehle ich auch den Text der Enzyklika selbst zur Lektüre.

Herzliche Grüße,

Stefan

Stefan Silber, 27. Mai 2026

Die Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. „über die Bewahrung des Menschen
im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ wurde am Pfingstmontag, 25. Mai 2026 der Öffent-
lichkeit vorgestellt. Unterzeichnet wurde sie bereits am 15. Mai, auf den Tag genau 135 Jahre
nach Rerum Novarum von Papst Leo XIII., die allgemein als die erste „Sozialenzyklika“ gilt.
Leo XIV. stellt diesen Zusammenhang selbst her und beruft sich im Lauf der Enzyklika auf die
gesamte Tradition der Katholischen Soziallehre bis hin zu Papst Franziskus.

Auch wenn die Fragen der Künstlichen Intelligenz einen inhaltlichen Schwerpunkt des Schrei-
bens einnehmen, widmet Leo auch den Fragen von Krieg und Frieden ein ausführliches Kapi-
tel, das unter der Überschrift „Die Kultur der Macht und die Zivilisation der Liebe“ steht, und
zwar nicht nur im Zusammenhang mit KI. Auf diese Weise wird auch die Friedenslehre der
katholischen Kirche angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen aktualisiert. Auf die-
sen wichtigen Teil von Magnifica Humanitas möchte ich hier hinweisen.

I. Sehen: Krieg und Frieden in der Gegenwart
Zunächst beeindruckt der Papst mit einer sehr umfassend kritischen Sicht auf die derzeitige
Lage des Friedens in der Welt: Von der Schwächung der internationalen Institutionen und
des Respekts vor dem Völkerrecht (201-203) über eine Aushöhlung der ethischen Grundla-
gen des Zusammenlebens (190) reicht die kritische Zeitdiagnose bis zur Normalisierung des
Krieges (189-192) durch das Schaffen und Verstärken von Feindbildern (202) und der als Rea-
lismus maskierten Akzeptanz von militärischer und anderer Gewalt (205).

In besonders drastischer Weise markiert Papst Leo die Rolle und Verantwortung der Waffen-
industrie, die dazu führen, dass „der Rüstungsmarkt zu einer eigenständigen Triebkraft für
kriegerische Entscheidungen wird. Wir dürfen die enormen wirtschaftlichen Interessen hinter
dem Krieg nicht ignorieren. Die Rüstungsindustrie und die Länder, die Waffen liefern, profitie-
ren von einem Markt, der gerade dank der Konflikte gedeiht. In diesem Sinne gibt es auch
eine wirtschaftliche Logik, die dazu beiträgt, Spannungen in verschiedenen Regionen der
Welt zu schüren.“ (193)

In zahlreichen dieser Bereiche klagt Leo auch die missbräuchliche Verwendung von KI an, so
etwa bei der Schaffung von Feindbildern und der Gewöhnung an die Gewalt, aber auch als
Teil von Waffensystemen und der Kriegsführung allgemein.

II. Urteilen: Frieden schaffen durch Mittel des Friedens
Dieser kritischen Wirklichkeitsanalyse, bei der er sich auch auf seinen Vorgänger und dessen
Rede von einem „Weltkrieg in Stücken“ (44) beruft, stellt Papst Leo seine Vision einer Kirche
entgegen, die sich „Stein für Stein“ (241) am Aufbau der menschlichen Gemeinschaft betei-
ligt, und zwar mit Mitteln, „die weitaus wirksamer sind [als Stärke, Gewalt und Waffen] und
geeigneter, das menschliche Leben zu fördern, wie zum Beispiel der Dialog, die Diplomatie
und die Vergebung“ (192).

Ohne großes Aufheben verabschiedet Papst Leo die Lehre vom „Gerechten Krieg“. Während
Papst Franziskus deren Ablehnung in einer Fußnote von Fratelli Tutti abhandelte, bekräftigt
Leo nun „die Überwindung der Theorie des gerechten Kriegs“ (192), so als ob diese Überwin-
dung in der katholischen Friedenslehre schon allgemein vollzogen wäre. Auch die Tatsache,
dass diese „Theorie“ in wesentlichen Zügen auf den Hl. Augustinus zurückgeht, den er an an-
deren Stelle der Enzyklika erneut positiv aufgreift, wird von Papst Leo hier nicht erwähnt. Die
Theorie vom Gerechten Krieg gilt ihm jedenfalls bereits als überwunden; Kriege können in
der Gegenwart nicht mehr mit dieser Theorie legitimiert werden – sie wurde und wird viel-
mehr, wie er ausführt, allzu häufig für die Begründung beliebiger Anlässe und Formen der
Kriegsführung missbraucht (ebd.).

Die Ablehnung dieser Theorie wird zwar durch eine Parenthese eingeschränkt, in der es heißt
„unbeschadet des Rechts auf legitime Verteidigung, die im engsten Sinne zu verstehen ist“
(ebd.), jedoch ohne dieses Recht (oder diesen „engsten Sinn“) genauer zu charakterisieren.
Der Duktus der aktuellen Enzyklika macht hingegen eindeutig klar, dass auch Leo (wie Fran-
ziskus) die Kriterien der klassischen Theorie vom Gerechten Krieg in der Gegenwart für nicht
mehr erfüllbar hält und deswegen diese Theorie als Instrument der Friedenslehre ausgedient
hat, da der Krieg und die mit ihm verbundene Gewaltausübung prinzipiell abgelehnt werden.
Papst Leo verwirft daher ebenso „ein[en] falsche[n] ‚Realismus‘, der nicht nur auf der vor-
herrschenden Logik der Stärke beruht, sondern auch auf kulturellen und anthropologischen
Überzeugungen, als ob Krieg ein unvermeidlicher Bestandteil der menschlichen Natur wäre.
So sei es schon immer gewesen, heißt es, abgesehen von kurzen Unterbrechungen, und so
werde es auch immer bleiben!“ (205) Die Ablehnung des „Gerechten Kriegs“ steht auch in
diesem Kontext, denn Krieg erscheint in diesem „falschen Realismus“ eben nicht nur als un-
vermeidlich, sondern auch als führbar und legitimierbar. Es kann dann sogar fälschlich als
„unverantwortlich“ erscheinen, „sich nicht auf eine Konfrontation vorzubereiten“ (ebd.). Eine
solche „Realpolitik“ hält Papst Leo dagegen für „wirklich unverantwortlich“ (ebd.). Stattdes-
sen müssen sich Christinnen und Christen für die Konstruktion eines Friedens einsetzen, der
„weder eine naive Hoffnung noch die bloße Abwesenheit von Krieg“ ist, sondern „das stets
mögliche Ergebnis von Gerechtigkeit und Nächstenliebe.“ (ebd.) Und zwar mit friedlichen, ge-
waltfreien Mitteln, von denen der Papst eine Handvoll präsentiert und kommentiert.

III. Handeln: fünf praktische und spirituelle Ansätze für den Frieden
Es hat Aufsehen erregt, dass der Papst die literarische Figur des Zauberers Gandalf aus Tol-
kiens „Herr der Ringe“ zitiert. Aber im Unterschied zu dessen gewalttätiger Metapher „das
Übel auf den uns bekannten Feldern auszujäten“ (213) bekräftigt der Papst die Notwendig-
keit „kleiner und beharrlicher Taten der Treue, die als Bollwerk gegen die Entmenschlichung
dienen“ (ebd.) und schlägt deswegen „fünf Ansätze für die Verantwortung im Alltag und im
öffentlichen Leben vor: Worte entwaffnen, Frieden in Gerechtigkeit aufbauen, die Perspekti-
ve der Opfer einnehmen, einen gesunden Realismus pflegen, den Dialog und den Multilate-
ralismus wiederbeleben.“ (ebd.) In diesen fünf Ansätzen skizziert er einen Entwurf für ein spi-
rituelles, praktisches und effizientes Programm der Friedensbildung aus christlicher Perspek-
tive:

1. Die Worte entwaffnen: Vom alltäglichen Wort bis zum elektronisch verstärkten Wort in
Medien und KI gilt die Bedeutung, welche die Kommunikation für die Entstehung von Feind-
schaft, aber auch von Versöhnung besitzt. Leo spricht nicht nur den medialen „Krieg der Wor-
te und Bilder“ (214) an, sondern mahnt auch jede:n einzelne:n zur „Gewissenserforschung“
und ermutigt dazu, durch das eigene Wort „zum Guten beizutragen“ (ebd.).

2. Frieden in Gerechtigkeit aufbauen: Das Stichwort der Sozialen Gerechtigkeit hatte Leo
schon im 2. Kapitel der Enzyklika unter die „Prinzipien der Katholischen Soziallehre“ einge-
reiht. Dort knüpft er sie u.a. an „die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die
aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen
sind“ (81). Im Zusammenhang der fünf Praxisansätze begnügt er sich mit dem Hinweis auf
die Notwendigkeit der Gerechtigkeit für einen „wahren Frieden“ (215) und unterstreicht dies
mit einem längeren Zitat des Hl. Augustinus, das mit dem Appell endet: „Möchtest du Frie-
den erreichen? Dann übe Gerechtigkeit!“ (ebd.)

3. Die Perspektive der Opfer einnehmen: Mit ausdrücklicher Referenz auf seinen Vorgänger
leitet Leo dazu an, sich mit den Gewaltopfern zu solidarisieren und ihre Perspektive auf die
Geschichte und die Konflikte der Gegenwart einzunehmen. Die Stimmen dieser Menschen
können dafür sensibilisieren, „dass die Menschheit, von gewalttätigen Minderheiten abgese-
hen, keinen Krieg will.“ (217)

4. Einen gesunden Realismus pflegen: Erneut macht der Papst deutlich, dass die Verweige-
rung der Gewalt keine unrealistische oder politisch naive Position darstellt. Vielmehr ermög-
licht sie es, jenseits eines politischen Idealismus, der sich die Fakten nach Gutdünken zu-
rechtlegt, ebenso wie jenseits eines zynischen und scheinbaren Realismus, der sich der Ge-
walt beugt, einen sachgemäßen Blick auf „Interessen, Ängste, Zwänge und Machtverhältnis-
se“ zu gewinnen, um praktikable Wege zum Frieden zu eröffnen. So bleiben zivile Schritte
zum Frieden erreichbar, „nämlich glaubwürdige Institutionen, überprüfbare Garantien, ge-
duldige Verhandlungen, Konfliktprävention und der Schutz der Zivilbevölkerung“ (218).

5. Den Dialog neu anstoßen: Ausführlich widmet sich Papst Leo der Notwendigkeit und
Dringlichkeit des Dialogs und erläutert auch, wie umfassend dieser die menschliche Gemein-
schaft und den Alltag durchziehen soll. Denn „er ist das wichtigste Instrument für das Zusam-
menleben zwischen Menschen und zwischen Nationen und er ist die Alternative zum offenen
Konflikt“ (219). Er bietet die Chance, „die Menschheit schrittweise aus der Spirale der Gewalt
herauszuführen“ (221). In Aufnahme eines früheren Wortes mahnt der Papst: „Die Anderen
sind nicht zuerst unsere Feinde, sondern unsere Mitmenschen; sie sind keine Verbrecher, die
man hassen muss, sondern Männer und Frauen, mit denen wir sprechen können. Erteilen wir
den manichäischen Vorstellungen eine Absage, die so typisch sind für diese Narrative der Ge-
walt, die die Welt in Gute und Böse teilen!“ (222) Ebenso erinnert er an die Unverzichtbarkeit
des interreligiösen Dialogs, der „bei der Ablehnung der Logik der Gewalt […] eine entschei-
dende Rolle“ spielt, und ruft den „Geist von Assisi“, der von Johannes Paul II. ins Leben geru-
fen und durch das Engagement von Papst Franziskus fortgeführt wurde – beispielsweise im
Dialog mit dem Scheich al-Azhar –“ (223), ins Gedächtnis.

Die Erneuerung von Diplomatie und Multilateralismus, sowohl im politischen Raum als auch
in den Medien und in der Anwendung von KI, gehören für den Papst ebenso zu den Berei-
chen, die vom Dialog verändert werden können. Er erhebt dafür „das Prinzip der Barmherzig-
keit zum konkreten Maßstab für politisches Handeln“ (227). Schließlich endet der Papst das
Kapitel über den Frieden mit einem Appell zum Gebet, das die Notwendigkeit, den Frieden
„in unseren Beziehungen und in der Gesellschaft zu verwirklichen“ (228), begleitet.

Ein christologisches Fazit
Im Schlussabschnitt zur gesamten Enzyklika zieht Papst Leo ein bemerkenswertes christologi-
sches Fazit: „Im Zentrum steht das Geheimnis der Menschwerdung: […] Das Fleisch des Soh-
nes, arm und verletzlich, erinnert an das Fleisch so vieler Brüder und Schwestern, die ihrer
Würde beraubt und zum Schweigen gebracht wurden.“ (231) „Das Geschenk des Friedens“
zeigt sich hier „als die Macht, Kinder Gottes zu werden, die erwacht, wenn wir uns von den
Tränen der Kleinen, der Gebrechlichkeit der Alten, dem Schweigen der Opfer und den Mühen
derer berühren lassen, die gegen das Böse kämpfen, das sie nicht begehen wollen.“ (ebd.)
Das Böse, das in der eigenen Praxis bekämpft wird, damit es nicht begangen wird, verbindet
sich mit dem Einsatz für Gerechtigkeit und für Frieden. „Für die Zukunft der Menschheit ist
die Fähigkeit maßgeblich, dass wir diese göttliche Art und Weise der Annäherung überneh-
men, die Last der Welt zu teilen und die Beziehungen von innen her zu verwandeln.“ (232)

Die Stimme der Opfer und der Marginalisierten, die Leo hier so kraftvoll mit der Menschwer-
dung des Sohnes Gottes verbindet, wird am Ende der Enzyklika auch noch mit der Stimme
der Mutter dieses Sohnes verbunden. Auch der übliche mariologische Abschluss dieses
Schreibens überrascht jedoch: Denn Leo zitiert das Magnifikat, „das Lied der Hoffnung“ Mari-
ens (243). Sie „lehrt uns, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, um die Welt von unten
aus zu betrachten […]; um die Ereignisse der Geschichte aus der Sicht der Witwe, des Wai-
senkindes, des Fremden, des verletzten Kindes, des Verbannten, des Flüchtlings zu verste-
hen«.“ Papst Leo bringt mit Magnifica Humanitas diese Sicht von unten (und zugleich aus
dem Globalen Süden) mit Macht in die Katholische Soziallehre ein, nicht nur im Themenfeld
KI, sondern gerade auch durch seine Lehre über Krieg und Frieden.

cc – by – nc – sa
PD Dr. Stefan Silber ist Lehrstuhlvertreter für Systematische Theologie
an der Universität des Saarlands, Mitglied des Wissenschaftlichen Bei-
rats von pax christi Deutschland und des Ökumenischen Instituts für
Friedenstheologie (OekIF).
www.stefansilber.wordpress.com

 

Liebe Friedensfreund:innen,
anbei leiten wir Euch Informationen und Meldungen für Eure Friedensarbeit weiter.

Herzliche Grüße

Esther Mydla
pax christi-Generalsekretärin

pax christi – Deutsche Sektion e.V.
Feldstraße 4, 13355 Berlin
Tel. 030.200 76 78 0
sekretariat@paxchristi.de
www.paxchristi.de

Podcast

Menschen machen Frieden

Die pax christi-Friedensarbeiter:innen haben in dieser Woche ihren ersten Podcast veröffentlicht. Der Podcast ‚Menschen machen Frieden‘ will Frieden hörbar machen. In der ersten Folge spricht Richard Bösch von pax christi Rottenburg-Stuttgart mit der Journalistin und Autorin Charlotte Wiedemann über die Beziehung zwischen Journalismus und Friedensarbeit.

Die erste Folge finden Sie auf Spotify hier

und auf dem pax christi-YouTube-Kanal hier

Catholic Nonviolance Initiative

Nicolás Paz im Interview

Nicolás Paz, der Direktor der Catholic Nonviolence Initiative von Pax Christi International im Interview mit CNA Deutschland: Katholischer Friedensexperte spricht über Gewaltfreiheit in Zeiten von Krieg

„…neben Diplomatie und Vermittlung kann die Kirche praktische Strategien fördern, etwas zivile Verteidigung, unbewaffneten Zivilschutz, gewaltfreien zivilen Widerstand und Friedensarbeit nach Konflikten.  … Ziel ist nicht, Verteidigung abzuschaffen, sondern sie neu zu gestalten – sodass die Gesellschaft selbst zum wichtigsten Instrument des Widerstands wird.“

pax christi

Ostermärsche

pax christi beteiligt sich auch in diesem Jahr an einer Vielzahl von Ostermärschen. Eine Übersicht der Ostermärsche und Veranstaltungen mit pax christi-Beteiligung findet sich hier.

Eine Übersicht über alle deutschlandweiten Ostermärsche hat die Friedenskooperative zusammengestellt: hier

Beendigung meiner Tätigkeit als Mitglied des Pastoralen Raums Saarlouis

Waltraud Andruet
Beim Kalkofen
66793 Saarwellingen

17.4.2026

Beendigung meiner Tätigkeit als Mitglied des Pastoralen Raums Saarlouis

Sehr geehrter Herr Achtermann, sehr geehrte Mitglieder des Gremiums Pastoraler Raum Saarlouis,

nachdem ich am Tag nach der letzten Sitzung am Donnerstag, dem 19.02.2026, freitags mit dem Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, ergab sich der Verdacht auf einen Schlaganfall. Nach einer Woche im Krankenhaus wurde ich mit der Diagnose Vorstufe zu einem Schlaganfall entlassen. Entsprechend muss ich in Zukunft deutlich kürzertreten und mehr auf meine Gesundheit achten. Daher lege ich mein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder.

Ich habe mich bewusst in dieses Gremium wählen lassen, um die Themen Frieden und Ökumene mit einzubringen. Das scheint mir in der aktuellen Situation dringender geboten denn je. Nach den ablehnenden Reaktionen in der letzten Sitzung, als ich anfragte, ob ein Raum für die Beratung zu den neuen Wehrdienstregeln zur Verfügung stände, die wir vom FriedensNetz Saar, pax christi Saar und dem DFG-VK anbieten wollen, zeigte sich ein prinzipieller Dissenz, der sich nicht leicht auflösen lassen wird und der meiner Friedensarbeit nicht entspricht. Hier könnte man auch mehr auf Papst Leo hören. Schade war, dass es zur Ablehnung kam, ohne dass sich über den Sachverhalt und den Inhalt dieser Beratungen auch nur informiert wurde. Stattdessen wurde ich und meine persönliche Haltung grundsätzlich in Frage gestellt.

Es war schon während der Diskussion in der Sitzung abzusehen, dass es dagegen Widerstand gibt. Herr Achtermann leitete diese Anfrage noch an den PGR Saarlouis St. Ludwig zur Beratung weiter. Dort wurde in der Sitzung am 19.3. 2026 entschieden, diese Räumlichkeiten nicht zur Verfügung zu stellen.

Ich musste feststellen, dass ich in derlei Diskussionen und Disputen nicht mehr so belastbar bin wie früher und dass es mir auch lange „nachgeht“. Der Raum für eine konsequente Friedensarbeit wird immer enger und sie wird immer mehr in Frage gestellt. Eigentlich sollte ich jetzt nach 30 Jahren Friedensarbeit mit vielen positiven und negativen Rückmeldungen meine volle Kraft einsetzen. Das lässt aber meine Gesundheit nicht mehr zu.

Mein Appell an Sie alle zum Abschluss ist, dass man in der katholischen Kirche die Friedensbotschaft hört, sie weiterträgt und all diejenigen unterstützt, die Krieg und Macht-allüren ablehnen oder sie hinterfragen.

Mit christlichen und friedliebenden Grüßen

Waltraud Andruet
Sprecherin von pax christi Saar und des FriedensNetz Saar